Rückenwind aus Schweden: Braunkohle-Gegner feiern Dorffest

Auf einem "Dorffest für Heimat und Zukunft" in dem von derAbbaggerung bedrohten Ort Atterwasch bei Guben haben rund 300 Braunkohle-Gegner die Einstellung aller Tagebauplanungen gefordert. Die Kreistagspräsidentin von Spree-Neiße Monika Schulz-Höpfner (CDU) und die ehemalige bündnisgrüne Landtagsabgeordnete Sabine Niels kündigten an, "mit Rückenwind aus Schweden" den Widerstand gegen die "Verwüstung der Lausitz" zu verstärken und vor allem in den Parteien eine Diskussion über den notwendigen Strukturwandel der Region anzuregen.

Der Spremberger Christdemokrat Andreas Kottwitz informierte, dass sich in der CDU bereits eine Initiativgruppe Energiewende gebildet habe. "Die Energiewende ist gesellschaftlicher Konsens über alle Parteigrenzen hinweg, die brandenburgische Landesregierung sollte sich ihr nicht länger entgegenstellen", sagte auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Patzelt aus Oder-Spree. Stephan Hilsberg, Mitgründer der Ost-SPD und früherer Bundestagsabgeordneter aus Lauchhammer, appellierte an seine Partei, sich ihrer Wurzeln aus der Wendezeit zu besinnen: „Gigantische Umweltzerstörungen waren für uns damals ein Grund, auf die Straße zu gehen – warum sollten wir sie heute akzeptieren?“

Unterstützung erhielten die Braunkohle-Gegner durch den Energieexperten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Christian von Hirschhausen, der unabhängig von der schwedischen Politik ein Auslaufen der Braunkohleverstromung bis 2040 prognostizierte: "Bayern verweigert Stromtrassen für Braunkohlestrom, Nordrhein-Westfalen verkleinert Tagebaue und in der Kapazitätsplanung der Bundesregierung kommen viele Braunkohlekraftwerke schon nicht mehr vor."

Veranstalter des von der Feuerwehr und den örtlichen Landwirtschaftsbetrieben ausgerichteten Dorffestes war das Bündnis Heimat und Zukunft, in dem sich Politiker aller Parteien und Vertreter von Wirtschafts- und Umweltverbänden sowie der Kirche zusammengeschlossen haben, um die Energiewende in Brandenburg durchzusetzen: www.heimatzukunft.de

Aktualisiert (Freitag, den 31. Oktober 2014 um 14:33 Uhr)