Reformationstag "Proschim hat Zukunft"

DJI 0008Auch 2017 wurde in der Lausitz der Reformationstag genutzt, um mit Aktionen und Veranstaltungen gegen die Abbaggerung von Dörfern durch neue Tagebaue zu demonstrieren. Im sorbischen Dorf Proschim, welches durch den geplanten neuen Tagebau Welzow II von der Landkarte verschwinden soll, protestierten mehr als 100 BürgerInnen und Bürger gegen die Pläne der Landesregierung und der LEAG.

Gemeinsam mit überregionalen Verbänden wurde an der Grenze des genehmigten Tagebaus eine symbolische Rote Linie aufgezeigt und auf einem Grundstück ein gelbes Widerstandskreuz mit Blumenzwiebeln. Nach den Plänen der LEAG soll über Jahre mit der Kohle aus dem genehmigten Tagebau Welzow das alte klimaschädliche Kraftwerk Jänschwalde versorgt. Dadurch fehle die Kohle für das neuere Kraftwerk „Schwarze Pumpe“ und mache nach Angaben der LEAG gegebenenfalls einen Neuaufschluss erforderlich.

„Das gegenwärtige Revierkonzept der LEAG bedeutet für die Proschimer bis zu einer endgültigen Entscheidung eine weitere Wartezeit von drei Jahren. Ein flankierter Kohleaustiegsplan des Bundes würde für die Betroffenen, die Beschäftigten und für die gesamte Region die notwendige Verlässlichkeit geben“ so Thomas Burchardt, Sprecher der „Klinger Runde“. 

Zehn Jahre Leben unter einem Tagebauplan, das haben auch die Betroffenen aus dem Bereich Jänschwalde-Nord hinter sich. Sie berichten von den Veränderungen seit der Tagebauplan Jänschwalde-Nord im Frühjahr aufgegeben wurde. „Fünf Jahre zu spät“ so Wilfried Buder, Ortsvorsteher von Groß Gastrose und Mitglied der „Klinger Runde, „mit den angestiegenen Schülerzahlen hätten wir die Grundschule hier im Ort erhalten können.“

 

 

Aktualisiert (Mittwoch, den 01. November 2017 um 13:56 Uhr)